Freitag, 19. Januar 2018

Fortschritts-Bericht zu meinem aktuellen Buchprojekt (2)



Antiquerra-Saga

Band 5: Lichtkrieger


Kleines Update zu meinem Romanprojekt Antiquerra-Saga, Band5: Lichtkrieger.


Diese Woche habe ich leider nicht viel mehr als das Minimum geschrieben, welches ich mir gesetzt habe. Um 15240 Zeichen (mit Leerzeichen) ist der Roman aber immerhin gewachsen.

Dass es nicht mehr geworden ist, lag an der Formulierung einiger Sätze. Ich bringe es nämlich nicht fertig, weiterzuschreiben, wenn ein Satz nicht ganz genau passt, und muss dann so lange feilen, bis ich zufrieden bin. Erst dann kann ich mich wieder auf den Folgetext konzentrieren. Manchmal ist das zwar nervig, aber aus Erfahrung weiß ich, dass sich solche kleinen Verzögerungen später auszahlen, nämlich dann, wenn die Rohfassung geschrieben ist und es an die Überarbeitung des Romans geht.

Aus diesem Grund bin ich auch nicht von mir enttäuscht, immerhin hab ich es ja geschafft, wenigstens ein paar Zeichen mehr als mein Minimum-Ziel (12600 Zeichen mit Leerzeichen) zu schreiben.

Dennoch hoffe ich natürlich, dass mir in der nächsten Woche das Schreiben wieder flotter von der Hand geht.

Ich werde berichten!

Allen ein schönes Wochenende, Angela Mackert

Freitag, 12. Januar 2018

Fortschritts-Bericht zu meinem aktuellen Buchprojekt (1)



Antiquerra-Saga, Band 5: LICHTKRIEGER


Nach der Veröffentlichung von Antiquerra-Saga Band 4:Wächter der Schlange im Oktober letzten Jahres hatte ich mir erst einmal eine kleine Pause gegönnt, aber dann ging es zügig an die Vorbereitung von Band 5: Lichtkrieger. Die Storyline musste ausgearbeitet sowie Kapitel und Handlungsabfolgen geplant werden. Das war nicht ganz einfach, denn in Band 5 laufen die Fäden aller vorherigen Bände zusammen und es wird mehrere Handlungsstränge geben, die nebeneinander laufen bis hin zum großen Finale. Zudem muss in diesem letzten Band der Romanreihe noch ein weiterer Protagonist eingeführt werden, der sehr wichtig für die Hintergründe des Geschehens von Band 1 bis 4 ist und ohne den die Geschichte nicht zu Ende gebracht werden könnte.

Die Vorbereitungen dieses letzten Bands sind jetzt abgeschlossen und seit fünf Tagen schreibe ich nun an der Rohfassung des Romans.

29.519 Zeichen (mit Leerzeichen) habe ich bis jetzt geschrieben. Das sind pro Tag durchschnittlich 5904 Zeichen. Soviel werde ich nicht immer schaffen, da gebe ich mich keinen Illusionen hin. Es wird auch bei diesem Band wieder Zeiten geben, wo ich verzweifelt vor dem PC sitze und keinen anständigen Satz zuwege bringe. Aber daran will ich jetzt nicht denken, der Anfang ist immerhin gemacht und der ist bekanntlich am schwierigsten.

Apropos Anfang …

Achtung! Wer keine Fantasy-Bücher mag, kann den folgenden Absatz überspringen. 

Aber für alle, die es interessiert – So beginnt Band 5 (zumindest in dieser Rohfassung):

Von der Nordspitze Antiquerras aus hatten wir nach Karmand übergesetzt. Meine Herrin, die Strahlenkönigin Alyssa, griff nach meiner Hand, um mich auf dem geheimen Pfad zur Nebelgrenze zu führen, welche dieses Eiland in zwei Hälften teilte. Ich genoss ihre Berührung, empfand das wie einen Beweis ihrer Zuneigung, denn es war ja nicht nötig, mich zu führen. Ich kannte mich hier so gut aus wie sie selbst, Alyssa hatte mich schließlich oft genug mit einem Auftrag auf die andere Seite unserer magischen Welt geschickt. Sogar die Nebelwand, welche die geheime alte Erde Antiquerra sowie die umliegenden Inseln vor neugierigen Blicken und unerwünschten Besuchern schützte, hätte ich selbst auseinandertreiben können. Aber wie immer ließ Alyssa es sich nicht nehmen, mich bis zu dieser Grenze zu begleiten.
Dennoch schien heute etwas anders zu sein …

Am Montag schreibe ich weiter, denn die Wochenenden sollen möglichst schreibfrei bleiben, das hab ich mir vorgenommen. Mein Schreibplan sieht wöchentlich 12600 Zeichen vor, das entspricht 7 Normseiten. Zugegeben, das ist nicht viel. Aber mir sind realistisch erreichbare Ziele lieber als solche, die ich dann zu oft nicht schaffen kann, zumal ich auch bei der Rohfassung stets um die richtige Wortwahl ringe (manchmal brauche ich deshalb ewig für einen bestimmten Satz). Es ist mir aber wichtig, um später nicht allzuviel verändern zu müssen. Schaffe ich innerhalb einer Woche dann mehr als mein festgelegtes Minimum, freue ich mich. Bleibe ich allerdings - aus welchen Gründen auch immer - unter dieser Grenze, muss ich das auf jeden Fall in den nachfolgenden Wochen aufholen, damit ich meinen Zeitplan einhalten kann. Bei einem voraussichtlichen Buchumfang von 300 bis 350 Buchseiten sollte der Roman nach dieser Rechnung spätestens Ende des Jahres in der Rohfassung fertig sein. Was aber jetzt bereits fertig ist, ist der Klappentext. Den könnt ihr schon mal hier nachlesen.

So, das war es für heute, aber ich werde bald wieder berichten, wie der Roman voran schreitet. Also bis zum nächsten Mal, liebe Grüße

eure Angela Mackert

Freitag, 5. Januar 2018

Besuch in der Schreibstube (3)



Als ich heute in meiner Schreibstube vor dem Computer saß und in meinen Aufzeichnungen zum letzten Band der Antiquerra-Saga las, spürte ich unerwartet einen Luftzug hinter meinem Rücken. Gleich darauf legte mir jemand die Hände auf die Schultern. Ein feiner, würziger Duft nach feuchtem Waldboden und Tannenholz streifte mich und als ich den Kopf wandte, blickte ich in das Gesicht von Luczin, dem Vampir. Wie ihr vielleicht wisst, ist Luczin einer der Protagonisten meiner Antiquerra-Saga.

Er grinste mich an. „Jetzt hab ich dich endlich erwischt. Hast du dich etwa vor mir versteckt?“

„Wie kommst du darauf?“ Ich schüttelte den Kopf. „Nein, hab ich nicht.“

Luczin sah mich aufmerksam an. „Was ist los mit dir? Deine Schritte sind in Antiquerra derzeit kaum zu hören.“

Ich stutzte. Wie meinte er das? Dann fiel mir ein, dass Luczin einmal gesagt hatte, dass er mich in Antiquerra herumlaufen hören würden, sobald ich zu schreiben anfing. Er und seine Gefährten nahmen das immer als Zeichen, dass sie zu mir kommen konnten. Mir ging ein Licht auf! In den letzten Wochen hatte ich zwar das Handlungs-Gerüst sowie die Kapitelabfolge für den letzten Band der Reihe ausgearbeitet, aber Schreiben konnte man das wohl noch nicht nennen. Es diente eher der Vorbereitung des Schreibens.

„Luczin, du weißt doch, dass ich mit den Ereignissen hinter den Nebeln Antiquerras beschäftigt war.“ Ich zögerte. „Außerdem geht derzeit alles etwas langsamer, ich  fühle mich irgendwie ein bissel erschöpft …“

„Erschöpft? Du?!“ Luczin schaute mich forschend an.

„Ich bin halt nur ein Mensch“, erwiderte ich und setzte im Geiste hinzu: hoffe ich zumindest.

„Was heißt: Du hoffst es?“

Mist, er hatte mal wieder meine Gedanken aufgeschnappt!

„Na ja“, ich wand mich ein wenig. „Ich bin in letzter Zeit tagsüber so müde, werde erst nachts munter, wenn ich eigentlich schlafen will. Dummerweise klappt das nicht. Nachts gehen meine Gedanken ständig auf Reisen und morgens bekomme ich dann kaum die Augen auf.“ Ich komme mir schon vor wie ein Geschöpf der Nacht, setzte ich lautlos hinzu und versuchte mit aller Gewalt, meinen Verdacht zu unterdrücken, dass Luczin mich bei einem seiner früheren Besuche gebissen hatte und ich jetzt allmählich zum Vampir wurde.

Luczin drehte mich mit meinem Stuhl so, dass ich ihn ansehen musste. Mit ernster Mine beugte er sich nah vor mein Gesicht. „Zeig mir deine Zähne!“

Ich zog automatisch die Lippen hoch.

Er winkte ab. „Alles in Ordnung, Süße. Du wirst kein Vampir. Hätte mich auch gewundert, schließlich hab ich noch keinen der gläsernen Drachen bei dir gesehen.“

Ich drehte ich mich mit meinem Stuhl von ihm weg und wandte mich dem Computer zu. „Du würdest es mir doch sagen, wenn die Drachen mitkämen, oder?“

Luczin fing an, zu lachen. „Du scheinst wirklich müde zu sein, sonst würdest du solche Fragen nicht stellen! Süße, kein Vampir kann seine AUTORIN beißen. Es gibt da eine natürlich Sperre, die das unmöglich macht. Reicht dir das?“ Luczin drehte mich wieder zu sich herum.

Ich nickte. „Ja … Ich brauche einen Kaffee!“

Ich stand auf und während mir meine Senseo wenig später das schwarze Getränk zubereitete, lenkte ich das Gespräch auf die Ereignisse in Antiquerra. „Habt ihr den Eingang zur Steinwelt mittlerweile gefunden?“

„Nein!“ Luczin atmete hart aus und ging dann  in meiner Schreibstube auf und ab. Plötzlich blieb er stehen und sah zu mir hin. „Kann es sein, dass hinter den Nebeln von Antiquerra etwas schiefgelaufen ist? Von Niven haben wir nämlich auch noch nichts gehört, seit er zu dieser Lili gegangen ist! Meine Gefährten und ich machen uns Sorgen.“

Ich rührte Milch in meinen Kaffee und trank einen Schluck. Sofort hatte ich das Gefühl, dass meine Lebensgeister wieder erwachten. Ich ging auf Luczin zu. „Die gute Nachricht ist: Die wahre Dunkelheit hat sich enthüllt und der Feind kann endlich beim Namen genannt werden. Aber – er ist noch nicht endgültig besiegt.“ Ich trank noch einen Schluck und dachte nach. Zuviel durfte ich ihm nicht verraten, er musste selbst die Zusammenhänge herausfinden. „Ihr werdet sicher bald mehr erfahren. Haltet einfach die Augen offen.“ Ich lächelte ihn an. „Wenn ich Du wäre, würde ich mich ein wenig am Großen See umsehen, bei den Arcanäs. Einer von ihnen heißt Ardrel …“ Als Luczin nickte, seinen Blick dabei aber nicht von mir abwandte, setzte ich noch eines drauf. „Was würdest du davon halten, wenn du Kieran noch einmal sehen könntest?“

Über Luczins Gesicht flog ein heller Schein, dann schüttelte er den Kopf. „Das wäre wirklich schön, aber es ist unmöglich, wie du selbst weißt.“

Nun, derzeit wusste ich eine ganze Menge mehr als er, schließlich war ich die Autorin der Antiquerra-Saga. Ich stellte meine Kaffeetasse zur Seite, stellte mich auf die Zehenspitzen und flüsterte in Luczins Ohr: „Antiquerra hat so viele Geheimnisse, nicht wahr?“

Luczin lächelte und einen kurzen Augenblick lang sah ich seine spitzen Zähne. „Das ist wohl wahr!“ Er zog mich an sich, hauchte einen Kuss in mein Haar. „Ich nehme an, ein paar der Geheimnisse werden meine Gefährten und ich noch ans Licht bringen?“

„Da bin ich sicher!“

„Gut, das beruhigt mich.“ Luczin sah durch das Fenster nach draußen.  „Es ist schon ziemlich dunkel geworden. Zeit, mich wieder auf den Weg machen, die anderen warten sicher schon auf mich.“ Luczin hielt mich ein Stückchen von sich weg. „Das nächste Mal will ich dich wieder frisch und energiegeladen erleben!“

Ich grinste ihn an. „Keine Sorge, meine Tage und Nächte kommen auch wieder ins Gleichgewicht. Wenn es soweit ist, wirst du es an der Art merken, wie meine Finger über die Tasten laufen. Soweit ich weiß, überträgt sich das ja auf die Erde Antiquerras …“

Wenig später war ich wieder allein. Nach einem Blick auf die Uhr schloss ich die Fenster meines Computers und fuhr ihn herunter. Es konnte sicher nicht schaden, wenn ich einmal etwas früher schlafen ging …






Freitag, 18. August 2017

Kurzes Auftauchen aus der Fantasy-Welt Antiquerra



Uff … ein weiterer Schritt zur Fertigstellung des Bands 4 meiner Antiquerra-Saga ist geschafft! Eigentlich sind es bereits mehrere Schritte, aber der Reihe nach …

Die erste Überarbeitung der Rohfassung ist abgeschlossen und dieser sind insgesamt vier Seiten Text zum Opfer gefallen. Überflüssige Sätze flogen raus und Passagen, die mich beim Lesen stocken ließen, wurden umgearbeitet. Daneben habe ich die zeitlichen Abläufe des Romans überprüft sowie hie und da einzelne Buchstaben eingefangen, welche meinen Rohfassungs-Schreibeifer genutzt hatten, um mir abzuhauen.

Veröffentlichungsreif ist der Roman natürlich noch immer nicht. Ich muss weiter daran arbeiten, damit am Ende alles stimmig und fehlerfrei ist. Aber im Augenblick ruht der Text, die nächsten Durchläufe müssen warten, ich will ja nicht betriebsblind werden. Ich habe mich daher vor einigen Tagen dem Cover zugewandt und in dem Zusammenhang lange wegen des endgültigen Titels gebrütet.

Die Wahl des Titels fiel mir nämlich schwer. Sehr schwer! Der Arbeitstitel: „Das Geheimnis der magischen Mauer“ hätte mir zwar gut gefallen und er beschreibt auch einen wichtigen Teil des Inhalts, aber er ist eindeutig zu lang für die Schrift, welche ich in der Antiquerra-Reihe verwende. Nach langem Hin und Her und dem Abwägen verbleibender Möglichkeiten habe ich mich jetzt entschieden, dem Buch den Titel: „Wächter der Schlange“ zu geben.

Die nächste Hürde war dann die Covergrafik. Diese setzt sich aus zwei Shutterstock-Bildern zusammen, einer Grafik und einem Foto (shutterstock.com / Ellerslie und Photos287). Fragt mich nicht, wie oft ich vor lauter Frust auf den Schreibtisch geboxt habe, weil mein neuer PC behauptete, nicht genug Speicherplatz für all meine Arbeitsschritte zu haben. Ehrlich ― das kann nicht sein! Der wollte bestimmt nur seine Ruhe vor mit haben …

Aber allen Technikproblemen zum Trotz, das Cover ist fertig! Et voilà … hier ist es:




So, und jetzt tauche ich wieder ab, schließlich soll der Roman spätestens zum Jahresende erscheinen.

Ach übrigens ― der Vampir Luczin kam mich kürzlich besuchen, zusammen mit seinem Freund Briann. Aber als die beiden das Notizzettel-und-Coverausdrucke-Chaos auf meinem Schreibtisch sahen, hielten sie sich nicht lange auf. Aber bald sehe ich sie wieder und dann hab ich mehr Zeit. Hoffentlich … Ach doch, bestimmt, denn im letzten Band (5) der Reihe spielen die beiden wieder eine wichtige Rolle. Den Titel für diesen Band hab ich übrigens auch schon gefunden.

Donnerstag, 3. August 2017

Wenn ich schreibe, dann schreibe ich ...



Längere Zeit habe ich jetzt nichts mehr von mir hören lassen, aber das hatte einen Grund und den kann ich nur so beschreiben: Wenn ich schreibe, dann schreibe ich …

Wenn ich nämlich an einem Roman sitze, in einer Phase, in der sich die geplanten Szenen vor meinem geistigen Auge bereits geordnet haben, dann tauche ich ab. Ich bin dann quasi in meinem Roman-Universum eingeschlossen, aus dem ich nur dann auftauche, wenn mich Hunger und Durst plagen ― oder das schlechte Gewissen, weil mein Mann mich zu selten zu Gesicht bekommt.

So ging es mir in den letzten Wochen mit Band 4 meiner Antiquerra-Saga (Arbeitstitel: Das Geheimnis der magischen Mauer). Ich habe geschrieben und geschrieben und jetzt ― hurra! ― ist die Rohfassung fertig. 344 Buchseiten wären es, wenn ich den Roman so schon veröffentlichen könnte. Was ich natürlich nicht kann, denn es ist wie gesagt erst die Rohfassung.

Ich werde also wieder abtauchen, denn nun kommen die Phasen der Überarbeitung. Ja, es sind mehrere … Sie erfolgen in Schritten, die zunächst oft parallel laufen und viel Konzentration erfordern. Mein wichtigstes Handwerkszeug in der anstehenden ersten Überarbeitungsphase sind Notizblätter, z.B. um die Seiten mit zeitlichen Abfolgen zu notieren, damit ich sie überprüfen kann. Und meine Stimme! Denn um zu überarbeiten, muss ich lesen, was ich geschrieben habe und zwar laut. Auf diese Weise merke ich schnell, wo etwas noch nicht stimmig ist. Was aber nicht bedeutet, dass ich es genauso schnell besser hinbekomme, denn das dauert oft wesentlich länger.

Aber langer Rede kurzer Sinn ― ihr wisst jetzt, wo ich bin, wenn ich nichts von mir hören lasse: nämlich in meinem magischen Universum Velam und zwar hinter den Nebeln von Antiquerra, wo ich zwischen dem Türkisland und dem Dunklen Land pendle.

Da fällt mir etwas ein … Luczin, der Vampir! 

Sicher hat er mir schon mehrfach einen Besuch abgestattet und mich nicht gefunden. Falls ihr ihn also seht, sagt ihm bitte, wo ich bin und dass er sich gedulden soll …

Mittwoch, 22. Februar 2017

Besuch in der Schreibstube (2)



Wie jeden Tag saß ich auch gestern an meinem Schreibtisch, um am vierten Band meiner Antiquerra-Saga weiterzuschreiben. Es war still im Raum, so still, dass ich das leise Brummen meines PC's wahrnahm, dessen Töne sich mit dem Summen der Deckenbeleuchtung vermischten. Das Geräusch ging mir nicht aus den Ohren und es regte mich auf, umso mehr weil sich das virtuelle Blatt Papier auf meinem Bildschirm einfach nicht mit Worten füllen wollte.

Plötzlich hörte ich jedoch noch etwas anderes.

Draußen auf dem Flur klangen leise Schritte. Ich lauschte. War das etwa Antonia? Die kartenlegende Protagonistin meines Krimis "Ein tödliches Geheimnis" besuchte mich oft. Aber nein, die Schritte klangen anders! Während ich noch überlegte, wer das sein könnte, ging die Tür auf, und ein Mann trat herein. Er trug einen weitschwingenden Ledermantel. Er sah jung aus, aber sein Gesicht wirkte ein wenig zu blass und seine Augen wurden von den für Vampire typischen feinen roten Rändern umrahmt, das sah ich sofort.

"Luczin!", rief ich überrascht, weil ich ihn kannte. Er war nämlich ein wichtiger Protagonist meiner Antiquerra-Saga und die Hauptperson von Band 3 "Vampirblut".

Mit einem umwerfenden Lächeln sah er mich an. "Hallo, meine Schöne."

Ich strich mir eine Strähne meiner schnittlauchglatten Haare hinters Ohr und lächelte zurück. "Ich dachte, du bist mit deinen Gefährten unterwegs, um ein bestimmtes Tor zu suchen?"

Luczin holte sich einen Stuhl und setzte sich zu mir. "Wir haben das nicht aufgegeben, Süße."

Der angenehmen Duft nach Wald und feuchter Erde, der ihn umgab, stieg mir in die Nase. Ich atmete unauffällig ein und schaute ihn dann aufmerksam an. "Du willst etwas von mir, nicht wahr?"

Luczin grinste. "Du kennst mich gut ..."

Nun ja, ich war schließlich die Autorin und bereits über drei Bände der Antiquerra-Saga hinweg mit ihm vertraut.

Er beugte sich vor und sah mich ernst an. "Was weiß du über die Dinge, die derzeit hinter den Nebeln von Antiquerra im Gange sind?"

Seine Frage überraschte mich. "Die Zeichen dort stehen auf Sturm, aber das ist nicht euer Kampf, das hat Lena dir doch schon gesagt."

Luczin nickte. "Ja, und dennoch ― meine Gefährten und ich sind überzeugt, dass alles, was im Augenblick hüben und drüben passiert, miteinander zusammenhängt." Er sah mich durchdringend an. "Uns wurde gesagt, dass bei den Problemen hinter den Nebeln alles von einer Magierin namens Lili abhängt und es gefällt mir nicht, dass das den Erfolg unserer eigenen Aktivitäten beeinflussen könnte. Ich vermute, dass das Mädel bei dir war und ich muss wissen, was sie dir erzählt hat!"

Das hätte ich mir ja denken können! Weil Luczin und seine Gefährten (bis auf einen) in der neuen Folge der Antiquerra-Saga nicht in die Ereignisse eingreifen konnten, wandte er sich an mich. Und natürlich erkannte er das richtig: die Probleme hinter den Nebeln hingen mit den neuesten Entwicklungen in Antiquerra zusammen, aber auf welche Weise und mit welchen Folgen, das durfte ich ihm nicht sagen. Ich schaute ihn wieder an. "Lili erzählte mir von dem Raben Barbarossa, der sie begleitet."

Luczin wedelte ungeduldig mit der Hand. "Ich weiß, dass Niven sich jetzt Barbarossa nennt."

Ich betrachtete das leere, virtuelle Blatt Papier auf meinem Bildschirm und seufzte. "Bis jetzt ahnt Lili nur, dass etwas nicht in Ordnung ist. Aber sie vertraut ihrem Raben, auch wenn sie nicht erfahren darf, wer wirklich unter dem Federkleid steckt. Das ist gut! ... Auf ihre Freunde kann sie sich auch verlassen, wie sie mir sagte."

"Hm, bisschen mager. Was hat sie noch erzählt?"

Luczins Blick wurde mit einem Mal zwingend und nur mit großer Mühe gelang es mir, seinen manipulativen Kräften zu widerstehen. Ich hob die Hand und unterbrach damit den Blickkontakt. 

"Hör auf, Luczin!", fauchte ich. "Wenn du mein Bewusstsein ausschaltest, wirst du auch nicht mehr erfahren, nur unsere Freundschaft riskieren!"

Er fing an zu lachen, dass seine Vampirzähne sichtbar wurden. "Süße, wenn ich das wollte, würdest du das gar nicht mitbekommen." Er beugte sich zu mir und nahm meine Hände. "Reg dich ab, ich wollte dich nur testen."

Ich machte mich von ihm los. "Das war nicht nett!"

"Aber entspannend."

"Nicht für mich!"

Luczin zog mich aus meinem Stuhl hoch, nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Ah, ich würde nichts gegen deinen Willen tun. Du weißt, dass ich dich mag, meine Schöne."

"Hm ..." Ich war nicht ganz überzeugt, aber der Ärger fiel allmählich von mir ab. Vermutlich half Luczin da ein wenig nach, das traute ich ihm durchaus zu. Ich straffte den Rücken. 

"Luczin", sagte ich dann, "was hinter den Nebeln geschieht, könnt ihr nicht beeinflussen, das weißt du genau. Aber wenn in Antiquerra die Dinge in Bewegung kommen, müsst ihr das Tor zur Felsenwelt der Juncta gefunden haben. Ihr habt versprochen, es zu suchen. Nur das ist für euch jetzt wichtig!"

Er hielt mich ein Stück von sich weg und sah mich prüfend an, jedoch ohne mich zwingen zu wollen. "Rechne damit, dass ich jetzt öfter vorbeischaue, du weißt ja, dass ich nicht so schnell lockerlasse ..."

Ich nickte. "Oh ja, das weiß ich."

Eine Weile später verabschiedete sich Luczin. Ich wandte mich wieder dem virtuellen Blatt Papier zu, das mir am Bildschirm entgegenleuchtete. Wie von Zauberhand füllte es sich nun mit Worten und Sätzen. Aber Luczin durfte davon nichts erfahren, wenn er das nächste Mal wiederkam ...




Wollen Sie an den magischen Abenteuern von Luczin und seinen Gefährten teilhaben? ― hier finden Sie Informationen und Leseproben:  Antiquerra-Saga

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Mittwoch, 1. Februar 2017

Besuch in der Schreibstube (1)



Heute hatte ich mir vorgenommen, das kreative Chaos auf meinem Schreibtisch zu beseitigen, das sich - ich weiß auch nicht wieso - immer wieder von Zeit zu Zeit bildet. Zunächst ließ ich meinen Blick schweifen: Die Lupe gehörte eigentlich in die Schublade, das war nur ein Handgriff, also gedacht, getan. Auch der Tesa-Abroller, der rechts auf einem Stapel beschriebenem Papier stand, war schnell wieder an seinem Platz, ebenso solche Kleinigkeiten, die gar nichts mit meinen üblichen Schreibwerkzeugen zu tun hatten, wie z.B. mein Maßstab oder die Türhaken, die ich für mein Regal zweckentfremden wollte. Schon bald konnte ich mich den Stapeln mit beschriebenem Papier zuwenden, die einen Großteil meiner Schreibtischfläche in Anspruch nahmen und massenweise Notizen zu Band 4 meiner Antiquerra-Saga enthielten, an der ich gerade arbeite. Das würde schwierig werden, denn vermutlich brauchte ich davon noch jedes notierte Wort. Ich hatte gerade die Stapel zusammengeschoben, um danach Blatt für Blatt die Notizen durchzulesen, da hörte ich, wie jemand in mein Büro trat. Zu meiner Überraschung war es Antonia, die Protagonistin meines Krimis: "Ein tödliches Geheimnis"

Antonias Blick flog über meinen Schreibtisch, der zwar bereits ein wenig übersichtlicher aber noch ganz und gar nicht aufgeräumt wirkte. 

Sie grinste. "Soll ich dir meine Schwester vorbeischicken? Die hilft dir sicher gern."

Ich wusste natürlich, dass Antonias Schwester Leni mit Staublappen und Putztuch umgehen konnte, schließlich war ich die Autorin des Krimis. Aber aus demselben Grund wusste ich auch, dass sie hölzerne Engel in Spüliwasser badete, was würde sie da erst mit meinem Holz-Schreibtisch anstellen? 

Entsetzt wehrte ich daher ab. "Danke, das schaff ich schon selbst!" Um von meinem Arbeitsplatz abzulenken, drehte ich mich mit meinen Drehstuhl herum und wandte mich Antonia zu. "Läuft es gut bei dir?"

Antonia strich sich betont beiläufig mit den Fingern durch ihre kastanienbraune Haarpracht. "Ich hab einen Hund gesucht, der verschwunden war." 

"Und?", fragte ich, obwohl ich die Antwort schon kannte.

Antonia atmete heftig aus und wurde lebhaft. "Stell dir vor! Bei meiner Suche hab ich eine Leiche entdeckt! Natürlich hab ich gleich unseren Kriminalkommissar Schmidt gerufen, aber der ist mit der Lösung des Falls bestimmt überfordert." Sie reckte das Kinn. "Jetzt kann ich ihm beweisen, was ich als Kartenlegerin drauf habe. Mit meinen Karten werde ich den Mörder nämlich garantiert finden!" Antonia schnaufte auf, trat neben mich und deutete auf meinen Schreibtisch, wo neben dem Stapel beschriebener Blätter noch die durcheinandergerutschten Lenormandkarten lagen. "Wie ich sehe, legst du auch Karten."

"Ja", sagte ich schlicht und verkniff es mir, darauf hinzuweisen, dass Antonias Kartenlege-Fähigkeiten von mir, ihrer Autorin, stammten und ich daher sehr wohl Kartenlegen können musste.

"Wie steht es mit Astrologie?", fragte Antonia neugierig.

"Kann ich natürlich auch."

Auf Antonias Gesicht lag ein zufriedener Ausdruck. "Toll! Dann sind wir ja Kolleginnen. Wir müssen uns unbedingt mal austauschen." Sie wurde resolut. "Aber erst muss ich den Mord aufklären!" Ich nickte und Antonia sah auf ihre Armbanduhr. "Huch ... so spät schon ... meine Schwester reißt mir den Kopf ab, wenn ich nicht pünktlich zu Hause bin. Seit sie weiß, dass ich mit meinen Karten einen Mörder finden will, hat sie nämlich Angst, dass ich mich in Gefahr bringe ..." Antonia hob die Schultern und grinste. "So ist Leni halt. Also - ich muss jetzt los."

Ich wusste zwar, dass Lenis Angst nicht unbegründet war, aber weil ich auch Antonia gut kannte, verbot ich es mir, etwas dazu zu sagen. Ich hielt nur ihre Hand einen Augenblick lang fest, als sie sich von mir verabschiedete. "Pass auf dich auf, Antonia!"

"Klar, und noch viel Spaß beim Aufräumen ...", hörte ich sie noch sagen und im nächsten Augenblick war sie schon zur Tür hinaus.

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